SCHULAUSFLUG Ü18

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Ich kam mir vor wie auf einem Schulausflug, als wir am Mittwoch vor vier Wochen mit gepackten Rucksäcken und präparierten Lunchboxen in unseren Bus einstiegen. Ein Gefühl, was ich eigentlich nicht vermisst habe. Dieses ständige „Zweierreihen-gelaufe“ und „Bitte haltet euch an den Händen“ oder „Lasst uns noch mal kurz durchzählen“ ist mir nämlich immer ziemlich auf den Keks gegangen. Aber dieses Mal war es entspannter. Wird durften uns unsere Sitzplätze selber aussuchen und sogar Musik auf unseren Handys hören.

Ziel war das „pueblo mágico“ Tepotzotlán. „Pueblos mágicos“ sind von der Regierung ausgeschriebene Dörfer, die für den Tourismus gut geeignet sind und spezielle Sehenswürdigkeiten haben. In diesem Fall eine Kirche und ein Museum. Die Kirche war schön, von außen. Reingegangen sind wir leider nicht. Das Museum haben wir uns dann schon noch mal von innen angeschaut (klassischer Schulausflug). Sogar eine Führung wurde uns spendiert. Diese fand ich sogar ganz spannend und aufschlussreich. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass es sich bei dem Gebäude um eine Schule aus der Kolonialzeit Mexikos handelte. Wen ich mich richtig erinnere wurde sie von den damals aus Spanien kommenden Mönchen des Augustinerorden gegründet. Sobald die Schüler das Tor dieser Schule einmal passiert hatten verließen sie es bis zu ihrem Abschluss, 20 Jahre später, nicht mehr.

Für mich unvorstellbar, bin ja froh, dass ich meine 12 Jahre Schule hinter mir habe. Nach der Führung und Kurzreferaten im ehemaligen Schulgarten ging es weiter. An diesem Punkt muss ich das „Ü18“ einbringen. Es ging nämlich zu einer Pulque Farm. „Pulque“ ist ein alkoholisches Getränk, das ähnlich wie Tequila und Mezcal aus Agaven gewonnen wird. Jedoch aus der „Maguey“ eine andere Art der Agave. Der pure Saft der Maguey, den wir auch frisch aus der Pflanze heraus probieren durften, schmeckt sehr süßlich und wird auch „Honigwasser“ genannt. Aber zurück zum Pulque. Wie genau die Fermentierung abläuft kann ich leider nicht berichten. Dieser Prozess scheint sehr langwierig zu sein und so wurde uns das Getränk schon fertig serviert. Purer Pulque ist weiß und hat ein bisschen die Konsistenz von Milch. Etwas dickflüssiger, schaumiger und klebriger. Mir hat es nicht geschmeckt. Weder mit noch ohne Früchte, aber das ist ja auch Geschmacksache. Ich fand es jedoch interessant die weitere Verarbeitung dieses Getränkes mit anzusehen. Traditionell trinkt man Pulque zusätzlich mit Früchten oder Nüssen. Sprich man hat einen Mixer voll mit Pulque, fügt die Früchte oder Zutaten hinzu, die man hinzufügen möchte, süßt zusätzlich mit Honig ab und mixt das ganze. Anschließend muss die fertige Pulque noch einmal eine halbe Stunde bis Stunde ziehen und fertig! In der Zwischenzeit waren wir auf dem Feld zwischen den Magueyes. Haben pures Wasser aus der Pflanze getrunken und uns wie echte Mexikaner gefühlt.

Am Ende des Tages waren wir jedoch alle ganz fertig und sind wie früher auf der Rückfahrt im Bus auf unseren Sitzen eingeschlafen.

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DÍA DE LA REVOLUCIÓN & LAS MANZANAS

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Wir kamen am Montag den 20. November in Las Manzanas an. Wir, das waren alle Freiwilligen, die ihren Arbeitsplatz in Mexiko haben. Las Manzanas ist ein kleines Dörfchen nordöstlich von Mexiko-Stadt. Um ehrlich zu sein habe ich mich direkt in diesen Ort verliebt. Ein bisschen habe ich ja schon von ihm berichtet, aber die Atmosphäre war einfach von Beginn an magisch. Genau das, was wir alle nach zwei Monaten voller Arbeit und neuer Eindrücke gebraucht haben. Nicht, dass es dort an neuen Eindrücken gefehlt hätte, aber Las Manzanas und unsere Unterkunft hatten eine sehr ruhige Auswirkung auf uns alle.

Das Grundstück wurde vor vielen Jahren von einer deutschen Frau gekauft und für Kinder- und Jugendreisen eingerichtet. Es war ein Klettergarten, eine riesen Rutsche und ein Spielplatz vorzufinden. Vor einigen Jahren dann hat Apulinar, unser Gastgeber, die Leitung übernommen und hat uns zusammen mit seiner Familie für eine Woche sehr herzlich aufgenommen und verpflegt.

Da es der 20. November war, der Día de la revolucción, wurden wir auch direkt am Abend von der Familie mit einer kleinen Feier überrascht.

So ganz genau weiß glaube ich niemand was am besagten 20. November 1910 passiert ist, aber das was ich herausgefunden habe, ist, dass dies das offizielle Startdatum der mexikanischen Revolution ist. Im Jahr 1910 war der langjährige Präsident Porfirio Díaz an der Macht. Seine Herrschaft wird oft auch mit einer Diktatur verglichen. Oppositionelle Gruppen versuchten Díaz 1910 zu stürzen. Ein Jahr darauf floh dieser dann nach Paris ins Exil. Dies war der Beginn einer unruhigen Zeit in Mexiko deren Ende nicht hundertprozentig festzulegen ist (ich meine noch heute ist Mexiko ein sehr unruhiges Land). Die Revolution umfasste viele blutige und gewaltvolle Kämpfe, deren Opferzahl bis heute noch unbekannt ist. Bis 1920 hatte sich der Staatsapparat grundlegend verändert und eine neue Führungsschicht gebildet. Die von den oppositionellen Gruppen angestoßenen sozialen Reformen fanden erst, nach vielen weiteren blutigen Kämpfen, in den 1930ern statt.

Unsere Feier an diesem Abend bestand aus typisch mexikanischem Essen (wie eigentlich an jedem Tag), heißt: Tacos, Tamales, Cafe de Olla, Elote und frittierten Bananen. Dazu gab es mexikanische Spiele, wie z.B. eine Art Bingo nur mit Bildern und dass man alle Felder abgedeckt haben muss um zu gewinnen (auch gut zum Vokabel lernen geeignet) oder Kartenspielen (ähnlich wie Skat, bloß mit anderem Namen).

Fast alle unsere Abende in Las Manzanas waren sehr gesellig und immer mit gutem Essen ausgestattet. Ich glaube ich kann sagen, dass jedem von uns diese Woche „auf dem Land“ auf gewisse Art und Weise gut getan hat. Bei den einen war es die frische Luft, anderen das Essen und wiederum anderen mit echten Freunden zusammen zu sein.

Ich wünschte jeder hätte einen Ort wie „Las Manzanas“ an den er regelmäßig zurückkehren kann.

CDMX: ERSTER UND ZWEITER EINDRUCK

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Mein erster Eindruck? WOW! Was ist das? Wo bin ich hier? Eine Mischung aus Zukunftsstadt und indischem Slum. Mein zweiter Eindruck? Nicht schon wieder Metro! Können wir da nicht auch schnell hinlaufen? Ich wollte sowieso noch bei dem Shop vorbeigucken.

Vor jetzt schon fast zwei Wochen war ich in Mexiko-Stadt, auch bekannt als DF, CDMX oder einfach „México“. Ja, der letzte Name lässt mich auch immer wieder stutzen und sorgt das ein oder andere mal für Verwirrung, aber man gewöhnt sich dran. Berlin wird für mich aber trotzdem immer „Berlin“ bleiben und nicht zu „Deutschland „ werden.

Zusammen mit meiner Freundin kam ich an einem Samstagmorgen im Westen von dieser Megametropole an und schon der erste Blick war einfach nur beeindruckend! Wir saßen oben ganz vorne in einem Doppeldeckerbus, waren von der Nachtfahrt noch halbverschlafen, konnten durch unsere Schlitzaugen kaum etwas erkennen und starrten uns nur mit offenen Mündern an, als wir von oben herab auf dieses Monstrum einer Stadt zufuhren. Ich erinnere mich an hohe neue Häuser, neben Baukränen und einer Wand Buntes. Dieses „Bunte“ entpuppte sich als an einen Hang gebaute Siedlung, dessen Häuser jeweils in einer anderen Farbe angemalt waren. Es standen sich also grau und bunt gegenüber.

Das Wetter war arschkalt, viel kälter als das ich es erwartet hätte. Ich bereute es direkt meine dicke Jacke nicht mitgenommen zu haben.

Als wir uns durch die Straßenstände zur Metrostation durchschlugen kamen uns Gerüche von frisch gebackenen Gorditas, fettigen Tacos, gegrillten Hähnchen und Plastikschuhen entgegen. Die Metro selbst war mindestens genauso voll wie der „kleine“ Markt davor. Eine Fahrt mit der Metro (egal wie viele Bahnen du nutzt) kostet hier 5 Pesos. Umgerechnet sind das ca. 23Cent sind. Das ist im Grunde genommen kaum etwas, doch noch vor ein paar Monaten hat eine Fahrt nur 3 Pesos gekostet. Damals gab es massig Beschwerden über diese Erhöhung und um ehrlich zu sein kann ich dies gut verstehen. Bei einer Stadt mit dieser Größe bist du einfach auf die Metro angewiesen. Busse stehen andauernd im Stau und sind bei weitem nicht so effizient wie die Bahn. Da sammeln sich die Kosten doch schon etwas schneller, wenn du regelmäßig die Metro nutzt. Meine Metro-Erlebnisse im großen und ganzen waren aber sehr chistoso (lustig). Ein paar Mal durfte ich mit dem ein oder anderen Metrofahrer kuscheln und etwas mehr Körperkontakt aufbauen. Ich dufte beobachten, wie ein Fuß in einer Tür stecken blieb und auf einmal verstand ich, warum die Türen hier nicht auf einmal zugehen, sondern ruckartig immer wieder auf und zustoßen (damit genug Zeit bleibt alle restlichen Rucksäcke, Körperteile oder Sonstiges aus dem Zug zu retten). Außerdem gibt es hier ein Frauenabteil, dass dafür eingerichtet wurde, mehr Übergriffe auf Frauen zu verhindern. En realidad steigen da dann doch die ein oder anderen Männer ein. Und um ehrlich zu sein habe ich es auch nur genutzt, da diese Abteile immer leerer sind. Mein bestes Metro-Erlebnis jedoch war, als sich eine Frau neben mir mit einem Löffel die Wimpern gebogen hat. Es ist hier und auch in Guadalajara nicht unüblich sich im Bus oder in der Bahn zu schminken, aber die Wimpern mit einem Löffel zu biegen?! Das war dann doch ein bisschen zu viel für mich.

Da es bei unserer Ankunft früh am Morgen war sind wir in der Mall um die Ecke frühstücken gegangen. Pancakes, die ich mir definitiv hätte sparen können. Eine Gemeinsamkeit mit den Malls in Mexiko und Deutschland ist die Weihnachsdekoration. Schon Mitte November stehen hier die großen Weihnachtsbäume und XXL-Kristbaumkugeln hängen von der Decke.

Mexiko-Stadt ist groß und das merkt man an jeder Straßenecke. Wie in Berlin gibt es dort nicht nur ein Zentrum, sondern mehrere kleine. Natürlich gibt es das „Centro historico“ mit dem Palast und dem Zócalo, aber direkt daneben befindet sich dann das „Barrio Chino“ und der „Palaccio de bellas Artes“, wo sich ebenfalls kleine Zentren gebildet haben. Aber auch anhand der Menschenmassen habe ich gemerkt, wie groß die Stadt ist. Zudem gab es nicht nur Spanisch, sondern auch Englisch, Chinesisch und andere Sprachen zu hören.

Mein erstes Wochenende in CDMX habe ich damit verbracht viel durch die Stadt zu streifen und Eindrücke zu sammeln. Gefühlt habe ich mehr Zeit untertage, in der Metro verbracht, aber trotzdem ist es mir gelungen einiges von der Stadt zu sehen. Am besten gefallen hat mit „La Roma“ ein sehr hippes Viertel, in dem sich auch das Goethe-Institut, der Arbeitsplatz eines Freundes, befindet. Dieses Viertel ist so groß, dass es schon in „Roma Norte“ und „Roma Sur“ eingeteilt wurde. Für mich war es eine Mischung aus den süßen Straßen von Antwerpen, Spanien von den Gebäuden her und Mexikos Musik und Gerüche. Eine Kombination zum Verlieben!

Ein außerdem sehr berühmtes Viertel ist Xochimilco, da sich hier die „hängenden Gärten der Atzteken“ befinden. Vor vielen vielen Jahren haben die Atzeken hier auf einem See sehr fruchtbare Gärten angelegt um die Bevölkerung zu ernähren. Heute fahren dort viele kleine bunte Ausflugsbote durch. Familien feiern Geburtstage, Freunde Partys. Ein Ort, der dem einheimischen Tourismus zugrunde gefallen ist. Durch den Tourismus und die vielen Leute hat dieser Ort leider sehr viel an Charme verloren. So wurden wir andauernd von Verkäufern verfolgt die uns Boote, Essen oder Krims Krams andrehen wollten.

An meinem ersten Wochenende war ich fasziniert von der Stadt, habe alles in mir aufgesogen, die Gerüche, Widersprüche, Menschen.

Erstaunlicherweise habe ich mich an meinem zweiten Wochenende fast schon wie zuhause gefühlt. Ich wusste welche Metros wohin fuhren (auch wenn ich es hasste mit ihnen zu fahren, da ich die Hitze und Lautstärke in den Schächten nicht abkonnte), wusste wo der nächste Wallmart ist und wo es die besten Brötchen gibt (ja sehr deutsch).

Um ehrlich zu sein könnte ich jetzt noch so viel mehr erzählen, von dem Besuch einer Salsa Bar, den wöchentlichen Schachtunieren am Sonntag in der Metro, oder den unglaublichen Dachterassen, aber ich denke ich muss einfach noch mal nach “México”.

NOVIEMBRE 2017

Wow, was für ein Monat! Schon zum dritten Mal schreibe ich die Monatsübersicht, was heißt, dass auch die ersten drei Monate meines Freiwilligendienstes um sind. Die Zeit fliegt an einem vorbei, genau wie dieser verrückte November…

GEHÖRT:

Jede Menge mexikanische Musik. Zum Beispiel Alejandro Fernandez, ein mexikanischer Musiker (kein Mariachi), der bei den Mexikanern entweder total beliebt oder total verhasst ist. Er macht eher ruhige Musik, mit emotionalen Texten über die Liebe und das Leben. Wer auf so etwas steht, wird ihn lieben, dem Rest würde ich eher die klassische Mariachi Musik empfehlen. Rund um den “Día de los muertos” Anfang des Monats habe ich sehr viel davon gehört. Aber auch auf meiner Tour nach Tequila. Die Mariachis sind ein Wahrzeichen der mexikanischen Musik und reißen eigentlich jeden mit. Ich muss zugeben, ein paar Lieder kann ich auch schon mitsingen.

Mitte des Monats war ich in Mexiko-Stadt (auch D.F= Distrito Federal, México oder CDMX genannt). Die Geräuschkulisse dort war enorm. Was mir jedoch am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind die unzähligen Stimmen (und Sprachen) der Menschen, das Gemurmel, Geschreie und flüsternde Betteln. Hinzu kommen die unglaublich lauten Sirenen der Rettungskräfte die dort eigentlich 24/7 im Einsatz sind.

Ganz im Gegensatz zu dem Lärm der Stadt habe ich nichts gehört. Seit langem war ich mal wieder in völliger Abgeschiedenheit. In einem ca. 2h von CDMX entferntem pueblo (=Dorf) fand mein Seminar statt. Wir kamen uns alle vor wie in Bayern, Österreich oder der Schweiz, es war herrlich, aber dazu wann anders mehr…

Wo wir aber schon bei der Natur sind. Ein Geräusch, welches ich definitiv vermissen werde ist das Flattern des Kolibris. Die kleinen Vögel fliegen regelmäßig an meinem Fenster vorbei und sind auch sonst überall aufzufinden.

Jetzt gerade höre ich klassische Weihnachtsmusik. Ja, irgendwie muss man sich ja bei 27 Grad Celsius und Sonnenschein in Weihnachtsstimmung bringen…

GELESEN:

Die Biographie von Frida Kahlo, oder viel mehr eine Biographie von ihr. Welche genau es war erinnere ich leider nicht mehr, das Buch musste ich leider schon wieder abgeben, aber ich habe im Grunde genommen da weitergemacht, wo ich letzten Monat aufgehört habe (Wikipedia-Artikel). Frida Kahlo ist eine sehr interessante Person, mit einem meiner Meinung nach unglaublich komplexen Charakter. Gerne hätte ich sie kennengelernt.

„La esquina de mi valedor“ mit dem Titel „Quemando grasa“, eine Zeitung, die von Mexikanern gemacht und dann von Obdachlosen verkauft wird. Die Ausgaben haben immer verschiedene Themen, wie z.B. die Beziehung zwischen der USA und Mexiko, mexikanische Feste oder wie meine, Sport in Mexiko. Ein sehr interessantes Projekt, ich habe zwar noch Schwierigkeiten alles zu verstehen, aber wozu gibt es denn „Leo.org“ und „Google Übersetzter“?

GESEHEN:

Mexiko ist bunt. Das wird mir eigentlich jeden Tag klar, diesen Monat haben aber definitiv die Farben orange, rosa und grün überwogen.

Orange und rosa am „Día de los muertos“. Der Altar, die Blumen, das „papel picante“, die Kleider der „Catrinas“ alles in orange und rosa. Das geht darauf zurück, dass diese Farben am besten leuchten können und die Verstorbenen den Weg nach hause gut finden.

Diese Farben sind auch „des öfteren“ im neusten Disney Film „Coco“ zu sehen. Seit über einem Monat läuft „Coco“ nun schon bei uns hier in den Kinos und immer noch sind die Vorstellungen ausverkauft. In CDMX bin dann auch ich endlich mal dazu gekommen ihn zu sehen und ich muss sagen dieser Film bekommt 10/10 Punkten. Die Musik ist toll, von den Bildern ganz zu schweigen. Auch die Geschichte hat mich mitgenommen. Sie ist nicht nur unterhaltend, sondern lässt einen die mexikanische Kultur auch etwas mehr verstehen. Generell würde ich sagen, dass dieser Film ein sehr gutes Bild von Mexiko darstellt. Es werden sowohl die bunten, schönen Seiten gezeigt, schaut man jedoch genauer hin, so sieht man auch die negativen Dinge. Ich glaube gerade heute (30.11) ist der Film in Deutschland angelaufen- also nix wie hin!

Was habe ich noch gesehen?

Viele hohe Häuser. Mexiko Stadt. Ein Haus ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es bestand nur aus Glas, du konntest in jedes Stockwerk hineinschauen und oben auf dem Dach wuchsen Pflanzen. Ich schätze, dass das Haus schon etwas älter war. Die Fenster waren dreckig und milchig, das Haus stand leer und die Tür war eingetreten.

Den „Zócalo“, der Hauptplatz in CDMX. Eigentlich heißen alle großen Plätze hier in Mexiko „Zócalo“. Dieser Name geht aber tatsächlich auf diesen Platz zurück. „Zócalo“ heißt „Sockel“ und eigentlich sollte auf diesem Sockel mitten im Zentrum Mexiko Stadts irgendein Denkmal errichtet werden, nur ist aus diesem Projekt leider nichts geworden. Nachdem der Sockel für das Denkmal erreichtet wurde wusste man nicht mehr weiter oder das Geld ging aus und der Sockel verschmolz mit der Zeit mit seiner Umgebung. Heute finden dort fast wöchentlich Veranstaltungen oder Konzerte statt.

Nicht weit davon entfernt befindet sich der „Palacio de las bellas artes“ das Kunstmuseum, was mich schon von außen beeindruckt hat. Leider sind wir nicht weiter als bis in die Eingangshalle gekommen, da wir uns ab dem Punkt in einem ca 1,5km lange Schlange hätten einreihen müssen und das haben wir uns dann doch gespart…

Das Grün dominierte dann, neben dem grauen Smog der Stadt, in „Las Manzanas“ dem pueblo, wo unser Seminar stattfand. Die Aussicht von dort auf 2778m Höhe auf nichts als Bäume war herrlich. Unsere „Berghütte“ war urgemütlich und man kam sich ein bisschen vor wie bei Oma und Opa. Knarzende Dielen, gemütliche Decken, nicht funktionierende Heizungen, unglaublich leckeres Essen und lauter freundliche Gesichter. Es war herrlich.

Highlight des Monats war Teotihucán. Mir fehlen immer noch die Worte über das, was ich letzten Samstag sehen dufte. Einfach unbeschreiblich. Ein Ort, den man einfach gesehen haben muss. Für alle die nicht wissen was „Teotihucán“ ist: „Teotihuacán“ ist ein Ort an dem vor tausenden von Jahren (ca. 300v.Chr. bis 750n.Chr.) die Ureinwohner und teilweise auch Atzeken in der gleichnamigen Stadt gewohnt haben. „Teotihuacán“ war einmal die größte und einflussreichste Stadt auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, was zwei Gründe hat. Einer der beiden ist der wirtschaftliche Einfluss. Auch wenn sich die Stadt nicht selbst versorgen konnte handelte sie mit Materialien aus denen Werkzeug oder Bausteine hergestellt werden konnten. Außerdem hatte „Teotihuacán“ einen sehr großen spirituellen Einfluss, weshalb viele Atzteken dorthin pilgerten. Aus unbekannten Gründen ging die Stadt 650n.Chr. unter. Vieles deutet darauf hin, dass die Einwohner die Stadt selber aus rituellen Gründen zerstörten, aber so genau belegt ist dies auch nicht. Was ich dort also im Prinzip gesehen habe sind eigentlich nur Steine und Überreste einer uralten Stadt. Neben der Sonnen- und Mondpyramide ist die Größe aber wahrscheinlich das Beeindruckenste.

Xochimlco, die „hängenden Gärten“ der Atzteken einen Tag später konnten mich dann kaum noch beeindrucken. Sie waren schön um im Vergleich zu „Teotihuacán“ viel bunter, aber auch gleichzeitig sehr überfüllt und dreckig.

GEFÜHLT:

Ich habe keine Ahnung.

GELERNT:

Spanisch, poco a poco nähere ich mich nicht nur den Vokabeln, sondern auch der Grammatik.

Ich habe durch meine Reise in das mexikanische Hochland zwar unglaublich viel über die mexikanische Kultur gelernt, z.B., dass „vegetarisch“ hier nur für Rindfleisch gilt und Fisch und Hühnchen aber durchaus vegetarisch sind, gleichzeitig ist mir aber auch aufgefallen, dass ich mich noch viel zu wenig mit diesem komplexen Land auseinandergesetzt habe.

Das Wetter hier macht mich fertig. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich jemals das Hamburger Schietwedder vermissen würde, aber jap, so ist es. Seit über eineinhalb Monaten habe ich jetzt nur Wärme und Sonnenschein, das kann einen ganz schön fertig machen. Ich sehne mich nach etwas Regen und Gemütlichkeit. Denn hinzu kommt, dass es am Morgen nun doch schon winterliche Temperaturen gibt, sprich 5-7 Grad Celsius, es um 11 Uhr dann aber richtig warm wird, so, dass wir gegen Mittag wieder bei den üblichen 27 sind.

Das Klima hat einen so unglaublich großen Einfluss auf den Körper, auf die Mentalität der Leute und deren Lebensstil. Die Hitze lähmt einen, man wird schlapp und faul. Der große Temperaturunterschied zwischen Morgen und Abend führt dazu, dass mittlerweile alle dauerkrank und genervt sind. Nicht schön, aber auch etwas an das man sich anpassen muss.

Eine Sache, die mir schon etwas länger bewusst ist: Das Leben in einer Gated Community ist nichts für mich. Die Abhängigkeit, das Gefühl in einem goldenen Käfig zu leben, das ständige Gerede über die Leute und die Luxusprobleme.

TEQUILA

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Wie ich schon berichtet habe sitze ich hier in Guadalajara tatsächlich an der Quelle des Tequilas. Das Land um die Stadt herum ist berühmt für die vielen Agavenfelder, die die Landschaft und das Bild Jaliscos stark prägen. So konnte ich es mir nicht nehmen letzten Samstag dem Dörfchen „Tequila“ aus dem das allseitsberühmte Getränk ursprünglich stammt einen Besuch abzustatten.

Um 9.30Uhr nach mexikanischer Uhr (sprich 10:15Uhr) steige ich mit meinen Freunden in den Bus nach Tequila. Mit dabei erstaunlich wenig Touristen aus dem Ausland, sondern viele Mexikaner. Neben zwei Kolumbianern sind wir die einzigen Ausländer. Die Lautstärke: regular, die Leute unterhalten sich in einem angenehmen Ton und nach ca. einer Stunde kommen wir an unserem ersten Stopp an. Die Tequileria der „Tres Mujeres“. Es ist unglaublich heiß als wir durch die heiligen Hallen geführt werden. Das liegt daran, dass „das Herz der Agave“ erst einmal im Ofen gebacken wird. Der Tequila, der früher „Vino Mezcal“ hieß wird aus der Kakteen ähnlichen blauen Weber Agave hergestellt. Diese braucht ungefähr 8-10 Jahre, bis sie die richtige Größe (50cm) und Reife erreicht hat. Nachdem die Agave ca. 3 Tage gebacken wurde wird aus ihr der Saft gepresst. Die qualitativ hochwertigen Schnäpse enthalten 100% Agavenzucker, alle weiteren werden mit bis zu 49% anderem Zucker gemischt. In der anschließenden Fermentationsphase wird der Zucker in Alkohol umgewandelt, darauf folgt die Destillation.

Der fertige Tequila wird nach der Lagerzeit eingeteilt. Der direkt nach der Destillation abgefüllte Tequila trägt den Namen „Tequila Blanco“. Der „Tequila Reposado“ wurde mindestens 2 Monate in Eichholzfächern gelagert. Ganz zum Schluss folgt der „Tequila Añejo“, eine sehr dunkle Sorte, die ca. ein Jahr in den Eichholzfächern gelagert wird.

Wir verlassen die heißen Räume wieder und besuchen die „cava“, den Keller, in dem die unzähligen Fässer gelagert werden. Hier ist es fast schon ein bisschen unheimlich, stockduster und überall liegt dieser süßliche Geruch des Tequilas in der Luft. Unsere Leitern erklärt uns, dass das wirklich besondere an der Lagerung hier vor Ort die klassische Musik ist, die jede Stunde durch die Lautsprecher hallt…

Weiter geht die Fahrt. Nicht weit entfernt von der Tequileria halten wir inmitten eines Agavenfeldes an einem kleinen Häuschen, dass sich als ein erstaunlich moderner Touristenshop herausstellt. Wir lernen den „Jimador“ (Erntearbeiter) kennen und dürfen sogar selbst einmal Hand anlegen und für ein Foto eine Agave ernten. Nicht nur hier dürfen wir nun aber Hand anlegen, sondern auch beim Tequila selbst. Ein Tisch wird aufgestellt, die Flaschen darauf verteilt und dann geht es los. Von jedem mal ein Schlückchen, direkt so, dass man den Tequila gleich im Shop nebenan kaufen kann, denn „günstiger wird es nun nicht mehr“ (Ja, nee ist klar…).

Nach ca. 5 Minuten bekommen wir Besuch, von meinen Freunden den Mariachis. Die Mariachis sind eine Band/ Musikrichtung, die berühmt für Mexiko ist. Mit Trompeten Gitarren, Violinen und Gesang heizen sie dem Tequila noch mal zusätzlich ein, dass nach wenigen Minuten fast alle das Tanzbein schwingen. Die Stimmung ist ausgelassen und die Flaschen sind leer.

Ich weiß nicht mehr wie viel Zeit vergangen ist, bis alle wieder in ihren Bussen verstaut sind, aber die Lautstärke ist unglaublich. Ich komme mir vor wie auf einem Schulausflug mit lauter kleinen Kindern. Es wird gegrölt, gelacht und gesungen. Kaum einer sitzt auf seinem eigentlichen Platz.

Wohin wir fahren? Keine Ahnung.

Ankommen tun wir bei einem Restaurant. Ich muss grinsen, denn die Organisation ist gar nicht so dumm. Gehe ich normalerweise feiern, mache ich es nämlich genau anders herum. Erst essen und dann trinken, damit die Grundlage stimmt. Hier eben andersherum, erst trinken, damit die Touris schneller abgefüllt sind und dann essen, da der Hunger gegen 14:00Uhr und nach dem ganzen Alkohol definitiv größer ist und sich 99% der Gruppe dazu bereit erklären die 180Pesos für das All-Inclusive Buffet auszugeben.

Unser letzter Stopp ist dann endlich Tequila. Die Stadt hat Etwas malerisches. Der Platz vor der Kirche ist schön geschmückt, die Häuser bunt und die Leute freundlich. Auch der Tourismus ist hier erstaunlich erträglich. Nicht so wie der Kotzanfall einer unserer Mitfahrenden…

Auf der Rückfahrt hört man keinen Ton. Es ist totenstill im Bus. Der Großteil schläft, der Rest hört Musik oder liest. Pö a Pö werden die Leute an verschiedenen Stellen herausgelassen und wankeln nach hause.

Wir steigen ganz zum Schluss aus und haben so noch die Gelegenheit uns mit unserer Leiterin zu unterhalten. Sie erzählt uns, dass die erste Brennerei tatsächlich im Jahr 1600 in Tequila eröffnet wurde. Was genau „Tequila“ aber eigentlich bedeutet weiß niemand so ganz genau. Oft wird es aus dem Nahuatl (Sprache der Ureinwohner) mit „Ort an dem man arbeitet“ übersetzt. Gearbeitet wurde tatsächlich viel in dieser Gegend, denn die Agave hatte zu früheren Zeiten mehr als nur eine Funktion. So wurde sie auch zur Herstellung von Seilen, Nadeln und Heilmitteln verwendet. Die Arbeitsbedingungen waren aber gerade zur Kolonialzeit am schlimmsten. Nicht nur in den Brennereien herrschten schreckliche Zustände, auch Sklaverei war ein großer Bestandteil des Alltags.

Als ich aus dem Bus aussteige haben wir fast halb acht, ich fühle mich gut, es ist Samstagabend und es kann weitergehen.

DÍA DE LOS MUERTOS

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Spätestens seit dem James Bond Mexiko am Día de los muertos einen Besuch abgestattet und die große Parade in Mexiko-Stadt gesprengt hat, kennt jeder diesen besonderen Feiertag.

Letzte Woche wurde hier der „Tag der Toten“ gefeiert. Wobei wenn ich ehrlich bin, hat das ganze Theater schon viel früher angefangen. Man kann es sich ein bisschen wie mit Weihnachten vorstellen. Da liegen die Schokotaler und der Lebkuchen ja auch schon im Oktober in den Geschäften. So habe ich mein erstes „Pan de muerto“ (Totenbrot) auch nicht erst am 31. Oktober gegessen.

Aber was ist eigentlich der „Día de muertos“? Wörtlich übersetzt ist es der „Tag der Toten“, genau genommen handelt es sich aber um drei Tage. Diese Feiertage stammen noch aus der Präkolonialzeit und haben die Spanier mehr oder weniger überdauert. Am „Día de los muertos“ wird vom 31. Oktober bis zum 02. November die Rückkehr der Toten in das Reich der Lebenden gefeiert. Gräber werden geputzt, verziert und mit den Lieblingsspeisen der Toten ausgestatten. Die Straßen werden mit gelben und orangen Blumen und die Hauseingänge mit orangenen Lampen verziert, damit die Toten den Weg besser finden.

So richtig starten die Feierlichkeiten am 01. November, dem „Día para los ninos“, an dem dem die verstorbenen Kinder empfangen werden, am darauffolgenden Tag folgen die Erwachsenen. Es wird viel Zeit auf dem Friedhof verbracht, getrunken, gegessen, getanzt. Gegen Mitternacht wird sich wieder von den Verstorbenen verabschiedet und sie kehren ins Reich der Toten zurück.

Dabei spielt die Rolle der „Catrina“ eine sehr wichtige Rolle. So ganz genau weiß auch niemand woher sie stammt, aber im Spanischen ist sie ein sarkastischer Ausdruck für wohlhabende Personen. Am „Día de los muertos“ schminken sich hier alle wie La Catrina oder El Catrin, ihrem Mann. Auch ich, diejenige, die es seit Kindheitstagen hasst sich das Gesicht mit Schminke vollzuklatschen, hatte die Ehre mich von meiner Freundin schminken zu lassen. Mit den Kunstwerken der Mexikaner konnten wir zwar bei weitem nicht mithalten, ich habe mich aber seit langem nicht mehr so integriert gefühlt. Die geschminkten Gesichter der Catrinas sind unglaublich schön, wie kleine Kunstwerke. Teilweise sind die Gesichter mit Steinen und Glitzer verziert. Hinzu kommen die prachtvollen Kleider und Hüte.

Aber nicht nur die Gesichter der Catrinas sind wunderschön verziert auch den Süßigkeiten wird an diesen Tagen eine besondere Beachtung geschenkt. So gibt es an jeder zweiten Straßenecke Calaveras (Totenköpfe) und Pan de muerto zu kaufen. Die Calaveras bestehen entweder aus purem Zucker, Amarant oder Schokolade. Auch sie sind mit Farbe (aus Zucker versteht sich) verziert. Zucker steht auch beim Pan de muerto als Zutat an erster Stelle. Hierbei handelt es sich um ein milchbrötchenartiges Brot, welches vier bis sechs Streifen oben drauf hat (welche Knochen darstellen sollen) und mit Tonnen von Zucker überschüttet ist.

Diese Süßigkeiten findest du nicht nur auf den Gräbern der Toten, sondern auch auf dem „Altar de muertos“ (Totenaltar). Diese bestehen aus mehreren Stufen und haben jeweils verschiedene Bedeutungen. Im Normalfall ist ganz oben ein Foto des Verstorbenen abgebildet. In meiner Schule wurde ein Altar zum Beispiel Ludwig van Beethoven gewidmet. Auf die Stufe darunter werden Spiegel, eine Schüssel mit Wasser und ein Schwamm/ Tücher gestellt, damit sich der Tote nach seiner Rückkehr ins Reich der Lebenden waschen kann. Auf den unteren Stufen werden Erinnerungsstücke, Dekoration, Blumen, Kerzen und/ oder das Lieblingsessen des Verstorbenen hingestellt. Jeder Altar kann aber individuell gestaltet werden. So wurde zum Beispiel der Altar in der größten Metrostation (einen Hauptbahnhof gibt es hier nicht) den aus Guadalajara stammenden Opfern des Erdbebens im September gewidmet.

Der „Día de los muertos“ hat zwar den Kolonialismus durch die Spanier überlebt, wird heutzutage aber vom US-amerikanischen Halloween „bedroht“. Immer mehr und mehr Mexikaner feiern am 31. Oktober Halloween anstatt ihren Angehörigen zu gedenken.

Mir aber gefällt die Art den Toten zu gedenken. Der Tod gehört nun mal zum Leben dazu und ist ein Teil von ihm. Meine Uroma sagte mir zu ihrem Abschied, dass jedes Mal, wenn jemand das Leben verlässt Platz für einen anderen wird. Wie wahr! Denn kurz nach ihrem Tod kam mein kleiner Bruder auf die Welt.

Natürlich kommt mit einem Tod auch immer eine Welle der Trauer einher und es ist richtig diese Trauer auszuleben und ihr Raum zu lassen, aber was bringt es uns den Verstorbenen jahrelang nachzutrauern? Stattdessen feiern die Mexikaner am „Día de los muertos“ neben der Rückkehr der Verstorbenen auch das Leben. Sie sind dankbar für das was sie haben und bedauern nicht die Dinge, die sie verloren haben. Mir gefällt diese positive Art der Erinnerung, sie macht Spaß und Lust aufs Leben.

SELBSTFINDUNGSTRIP

„Die Zeit nach der Schule war die beste meines Lebens!“. „Ich bin einfach nur gereist um mich selber zu finden, um Abstand von all dem zu bekommen, was mich gestresst hat“. „Mit dem Bereisen von anderen Orten und Ländern bin ich mir näher gekommen und habe mich selbstgefunden“.

Ich kann diese Sprüche nicht mehr hören, ich bin es satt mir sagen zu lassen, dass die Zeit nach dem Schulabschluss die beste ist, dass man sich auf einmal grundlegend verändert und „zu sich selbst findet“.

Ganz ehrlich, es ist doch nicht verwunderlich, dass man sich in der Zeit nach dem Schulabschluss verändert. Die Schule fällt weg, man hat einen anderen Tagesablauf und sieht nicht mehr die gleichen Personen. Das Leben nimmt eine ganz andere Richtung ein, man passt sich den neuen Umständen an und verändert sich dementsprechend. Das ist normal. Für mich zumindest.

Für andere ist es eben der „Lebenswandel“. Ich befinde mich aber auch an einer anderen Stelle. Seit ich 14 Jahre alt bin habe ich jedes Jahr für mindestens drei Wochen ein anderes fremdes Land, einen anderen fremden Kontinent erkundet. Einfach weil es mir gut tat, weil ich mich auf diesen Reisen noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt habe. Das Beste war immer das Heimkommen. Das Gelernte anzuwenden und etwas zu verändern.

Insofern ja, stimme ich den Aussagen in dem Punkt zu, dass Reisen gut tut. Es ist der beste Weg zu lernen, nicht nur über sich selbst, sondern auch Sprachen, Traditionen und Feste anderer Kulturen. Natürlich kommt es auch darauf an WIE man reist, aber das ist ein anderes Thema.

Damit möchte ich aber auch nicht meinen Lebensstil preisen und ihn als den „lebenswertesten“ darstellen. Dios mío, nein, ich möchte damit nur zeigen, dass man keinen bestimmten Zeitpunkt im Leben abwarten muss um sich auf ein Abenteuer einlassen zu können.

Was mich wirklich an diesen Aussagen stört ist nämlich der Zeitpunkt, „die Zeit nach dem Schulabschluss“. Warum ausgerechnet jetzt? Warum nicht immer? Warum nicht einfach mal ganz simpel etwas im Alltag ändern, Etwas neues ausprobieren, den „normalen“ Sommerurlaub gut ausnutzen um einen Ort zu bereisen, an dem man noch nie war. Wir sollten öfter Dinge wagen, die uns aus unserem täglichen Trott schleudern. Ich lebe nun in Mexiko, klar nur für ein Jahr, aber die Erwartungen die ich mir durch diese Klischeesprüche aufgebaut habe waren so enorm hoch, dass ich hier angekommen und erst mal in ein Loch der Enttäuschung gefallen bin.

Klar, Mexiko, das Land mit dem besten Essen, dem Tequila, der Sonne und dem ewigen Urlaub. Das Essen ist in Wirklichkeit einfach nur fettig und voller Zucker, der Tequila wirkt auch nur temporär, die Sonne ist heiß und von Urlaub kann ich mit meiner 40stundenwoche nur träumen. Es ist also auch nur ein ganz normaler Alltag, den ich hier habe. Nix mit Selbstfindung und „time of my life“. Vielleicht ist es auch dieser Zustand, der mich diese Aussagen so hassen lässt und ich möchte auf keinen Fall damit sagen, dass man die Zeit nach dem Abitur oder nach der Schule nicht mit reisen verbringen sollte. Wie gesagt, reisen ist meiner Meinung nach das Beste was man machen kann, ich denke nur, dass man sich genauso gut in seinem Alltag, zuhause, im täglichen Leben finden und Spaß haben kann. Man braucht dazu nicht ein Abenteuer in Form eines Flugtickets. Auch ein Frühling, Sommer Herbst oder Winter zuhause in dem man sich intensiv mit sich selbst beschäftigt kann dazu führen sein persönliches Abenteuer zu finden.

Meiner Meinung nach nimmt der Trend „Auslandsjahr nach dem Abitur“ ein Ausmaß an, mit dem ich nicht klarkomme. Die Erwartungen werden ins millionenfache angezogen, es wird viel wichtiger einen perfekten, nach Abenteuer aussehenden Instagramfeed zu haben, als sich tatsächlich mit den Kulturen und sich selber auseinanderzusetzen.

Denn was passiert danach? Studium und Job. Zack, da wären wir wieder im allzu vertrauten Alltag. Und was hat sich verändert? Nur bei den wenigsten ist mehr als ein toller Instramfeed geblieben. Schade.

OCTUBRE 2017

GEHÖRT:

Taiga Trece. Anfang des Monats war ich mit Freunden auf einem Konzert der deutsch-mexikanischen Rapperin. Mega Stimmung und eine super coole Frau mit einem entspannten Team dazu. Seitdem hat sie sich auf meiner Mexiko Playlist verewigt.

Endlich mal wieder Meeresrauschen. Es ist unglaublich, was Wasser für einen Einfluss auf einen hat. Guadalajara ist zwar eine wunderschöne Stadt, die viel zu bieten hat, aber der nächste See ist ca. 1h mit dem Auto entfernt, öffentliche Verkehrsmittel dahin gibt es nicht.

Viel Kindergeschrei. Da ich meine 40stundewoche an einer Schule inklusive Kindergarten absitze und dazu noch zwei kleine Gastbrüder zuhause habe, bin ich dieses Geräusch mittlerweile ziemlich satt.

Einen Podcast, den ich nicht erst seit gestern höre und sehr empfehlen kann. „MatchaLatte“ ein Podcast zweier Modebloggerinnen aus Berlin, die sich nicht nur über Dating, Mode und Stress im Alltag, sondern eben auch über Politik, Wahlen, aktuelle Geschehnisse und Wandel in der Gesellschaft unterhalten.

GELESEN:

„Die Namenlosen“ von Hansjörg Schertenleib, ein Roman über eine Sekte in Frankreich, die Rechenschaft über andere zieht. Ein sehr brutales Buch. Die Hauptperson erzählt ihre Geschichte in Form von Briefen an ihre verlorene Tochter, was teilweise ein bisschen verwirrt, weil die Perspektive oft gewechselt und zwischenzeitlich auch aus der Sichtweise ihres Liebhabers berichtet wird.

Den Wikipediaeintrag über Frida Kahlo (auf Spanisch!). Um ehrlich zu sein habe ich mich nie wirklich für diese Künstlerin interessiert, bis ich letzten Freitag beim Babysitten meiner Brüder auf den Film gestoßen bin. Jetzt kann ich es gar nicht mehr abwarten im November ihr Geburtshaus, das heutige Frida Kahlo Museum in D.F. zu besuchen!

GESEHEN:

Schon wieder unglaublich viel. An erster Stelle steht hier die Landschaft. Angefangen mit Agavenfeldern rund um Guadalajara. Wusstet ihr, dass die Agaven ausschließlich hier in der Gegend angebaut werden? Ich habe ja schon berichtet, dass ich hier an der Tequila-Quelle sitze, aber Guadalajara ist die mexikanischste Stadt Mexikos und Jalisco der mexikanischste Bundesstaat. Nicht nur der Tequila kommt hier her, sondern auch die typische Mariachi Musik, Kakteen findest du an jeder zweiten Straßenecke und auch die berühmtesten Kartelle sind hier zahlreich vertreten. Aber keine Sorge Mama, solange die und nicht die korrupte Polizei hier alles unter Kontrolle haben ist das todo bien. Ich wurde schon oft gefragt, inwiefern ich etwas von den „Narcos“ mitbekomme. Um ehrlich zu sein herrscht hier ein ziemlich normaler Umgang mit diesem Thema, es ist ein Teil des Alltags. Ich habe schon Autos gesehen, die für den Gebrauch von Waffen umgebaut wurden und extra Fenster haben, mein Bus nach Puerto Vallarta hat einen Umweg über einen sichereren Bundesstaat genommen und Korruption bekommst du auf offener Straße mit, das ist gerade jedoch ein anderes Thema.

Aber zurück zur Landschaft. Die bis jetzt schönste Landschaft habe ich im Norden von Tansania gesehen. Einfach, weil alles noch so unberührt und natürlich war, aber auch hier gibt es noch unberührte Gegenden. Als ich mit meiner Freundin im Bus auf dem Rückweg nach Guadalajara saß, färbte sich der ganze Himmel auf einmal rot und als wir hinter uns schauten, sahen wir den dichten, dunkelgrünen Wald, mit dem Vulkan und Bergen im Hintergrund, hinter denen die blutrote Sonne verschwand.

Zu der Landschaft gehört natürlich nicht nur die Flora, sondern auch Fauna. Es ist seltsam die Pelikane, Kolibris und exotische Schmetterlinge auf einmal in freier Wildbahn zu sehen. Sie sehen natürlich nicht so gepflegt aus, wie die Tiere bei Hagenbeck, aber immer noch wunderschön. Krokodile und Alligatoren sind mir (zum Glück) noch nicht begegnet, aber Warnschilder habe ich in Puerto Vallarta gesehen.

Das schönste Tier bis jetzt war aber ein dunkelblauer Fisch mit weißen Punkten, der am Steg von Yelapa umherschwamm. Später fanden wir heraus, dass es sich bei unserem kleinen Freund tatsächlich um einen Kugelfisch handelte!

Außerdem habe ich mich mal wieder auf kulturellem Boden bewegt und dem „musa“, dem „Museo de las artes“ einen Besuch abgestattet. Leider wurde gerade umgebaut und es war nur sehr wenig zu sehen. Aber allein das Gebäude war der Besuch wert. Top gepflegt und noch aus den Kolonialzeiten stammend, mit einem imposanten Saal in der Mitte und wunderschönen Deckenverzierungen.

“Stolz und Vorurteile”. Ein Film, der es innerhalb der ersten 10 Minuten Laufzeit auf meine Liste der Lieblingsfilme geschafft hat. Ich finde es unglaublich, wie in diesem Film mit der Sprache und den Bildern gearbeitet wird. Man bekommt auf einmal nicht nur Lust nach England zu reisen, sondern auch in der Zeit zurück. Außerdem bin ich immer noch davon geflasht, wie der Film es ohne einen einzigen Kuss geschafft hat, eine so romantische Atmosphäre aufzubauen.

GEFÜHLT:

Diesen Monat war ich krank. Zuerst war es der Magen, mit dem ich normalerweise nie Probleme habe, danach war es eine Erkältung. So etwas ist fies und macht keinen Spaß. Meinem Magen gefällt der mexikanische Lebensstil einfach nicht. Viel ungesundes Essen, selbst die Getränke werden mit haufenweise Zucker versüßt und alles ist unglaublich fettig hinzu kommt die wenige Bewegung und das viele Herumsitzen, nicht so ganz vorteilhaft. In Puerto Vallarta habe ich mir die Erkältung eingefangen, einfach weil es unglaublich heiß war und du sobald du ein Geschäft betreten hast einen Kälteschock erleiden musstest.

Solche Krankheiten nerven einfach nur, weil sie es einem erschweren die Dinge zu genießen.

In Puerto Vallarta habe ich mich aber auch unglaublich frei gefühlt. Einfach mal raus aus dem Alltag, ein bisschen Abstand zu der Arbeitssituation und einen anderen Teil Mexikos kennenlernen. Das Gefühl in einem Wassertaxi zu sitzen raus aufs Meer schauen zu können und die Frisur dem Wind hinzugeben ist einfach wunderschön!

Langeweile stand bei mir diesen Monat aber auch auf der Liste. Wenig zu tun und das Problem nicht aus der Gated Community herauszukommen. Für mich persönlich ist Langeweile die Pest, nichts zu tun zu haben und einfach nur unnötig Zeit verschwenden kann ich nicht. Daher sehe ich es im Nachhinein gar nicht so negativ mal wieder Zeit zu haben, denn es kann auch ganz inspirierend sein. Ich habe angefangen wieder mehr zu lesen, zu schreiben, habe das Experiment „Fitnessstudio“ gestartet und ordentlich Pläne für die Wochenenden geschmiedet. Aus meinem Leben in Hamburg kommend, bin ich es gewohnt permanent etwas um die Ohren zu haben. Stress, der ständige Begleiter meines Alltags. Ich weiß, dass ich mir den Stress in 80% der Fälle selber zuzuschreiben habe, aber das liegt einfach an meiner Eigenschaft permanent Hummeln im Arsch zu haben. Hier bin ich auf einmal mehr oder weniger dazu gezwungen still zu sitzen und nichts zu tun, mal schauen, wie lange ich das noch aushalte…

GELERNT:

Es ist wichtig die Dinge wertzuschätzen, die man hat, dankbar zu sein und nicht immer darüber nachzudenken, „was wäre wenn…“ oder „das wäre natürlich auch eine Option gewesen…“. Uns geht es heutzutage viel zu gut und wir vergessen viel zu schnell den Wert der Dinge, die wir haben. Dabei gehen Vorfreude, Liebe, Leidenschaft und Dankbarkeit total verloren

Ein Alltag kann auch etwas unglaublich schönes sein. Bis jetzt hatte ich immer die Einstellung, dass ein Alltag etwas total langweiliges ist, dass man in seinen Routinen versackt und vergisst Neues auszuprobieren. Ich habe immer mit allen Mitteln versucht dagegen anzugehen keinen richtigen Alltag zu bekommen, ich habe mir Dinge vorgenommen, mich andauernd verabredet, Sachen organisiert, so, dass ich immer unterwegs war und immer im Stress. Dass so ein Alltag auch seine positiven Seiten haben kann, habe ich nie so richtig eingesehen. Aber mal ganz im Ernst, ist es nicht auch schön, so seine regelmäßigen Abläufe zu haben? Kleine Dinge, auf die man sich freuen kann? Ein Alltag ist auch etwas unglaublich persönliches, man kann ihn sich persönlich gestalten und Dinge einbauen, die einem gefallen z.B Klavierstunden, eine neue Sprache lernen oder kochen. Auch in einem Alltag kann man Neues kennenlernen und viel erleben. Ein Alltag bedeutet nicht immer den selben Weg zur Arbeit zu nehmen, ankommen, das ist die Devise.

ÜBER MEINEN VERSUCH INS FITNESSSTUDIO ZU GEHEN

Zwei Monate ohne Sport, viele Autofahrten (weil man hier ja nicht läuft) und jede Menge Tacos später, entscheide ich mich dafür mal wieder etwas für die Figur und den gesunden Lebensstil zu tun. Gesünder essen? No es posible (unmöglich)! Einfach mal eine Runde durch die Straßen joggen? Viel zu gefährlich. Und Home-Workouts mit zwei kleinen Brüdern leider auch unvorstellbar.

In Mexiko geht man ins Fitnessstudio. Wenn überhaupt. Zu meinem Kulturaustausch gehört also auch dieses Vergnügen.

Ihr werdet lachen, aber ich habe es tatsächlich durchgezogen eine Woche lang (Mo-Fr) täglich für mindestens eine Stunde zum Sport zu gehen. Was so ein Auslandsaufenthalt alles mit einem macht…

In Deutschland noch hatte ich die größte Abneigung gegen jegliche Fitnessstudios, in denen man einfach nur stumpf irgendwelche Übungen macht um gut auszusehen und seinen Freunden den Bizeps zeigen zu können, wozu? Für mich war Sport immer mehr eine Sache, die Spaß machen sollte, bei der du dich wohlfühlst und am besten im Freien. Von Yoga über Tanzen, Klettern, Judo, Turnen und Tischtennis hatte ich eigentlich alles schon mal ausprobiert. Nur das Fitnessstudio fehlte eben.

An meinem ersten Tag begrüßt man mich super herzlich, die Trainer quetschen mich aus woher ich komme und was ich hier mache. Danach werde ich aufs Laufband verfrachtet. Stumm laufe ich meine halbe Stunde ab und beobachte die Leute dabei, wie sie ihre Einkäufe erledigen und diese zusammen mit ihren Kindern ins Auto verfrachten. Danach schließe ich mich noch einem Kurs an, der den Namen „Ritmos Latinos“ trägt und tanze eine halbe Stunde lang mit älteren Damen vor einem Spiegel. In diesem Moment vermisse ich mein Tanzstudio in Hamburg. Dort kannte ich die Leute, man schaute sich in die Augen und lachte gemeinsam darüber, wenn man die Bewegungen nicht auf die Reihe bekommen hat.

Am zweiten Tag steht Pilates auf dem Stundenplan. Definitiv schneller als in good old Hamburg, was nicht heißt, dass es auch schwieriger ist. Die Einstellung dem Sport gegenüber ist hier irgendwie ein bisschen anders. Anstatt die Klasse ein bisschen zu überziehen oder pünktlich Schluss zu machen, hört man hier lieber 10 Minuten vorher auf und lässt das Dehnen komplett ausfallen.

Im Allgemeinen fällt mir auf, dass die Mexikaner das Studio viel zu frisch wieder verlassen. Mal abgesehen davon, dass ich hier sowieso 24/7 wie eine rote Tomate rumlaufe, weil es tagsüber einfach viel zu heiß ist, sehe ich nach 40 Minuten Laufband und 30 Minuten Krafttraining eher so als, dass man mich in eine Eiskammer stecken müsste, damit ich wieder auf Normaltemperatur komme. Die Mexikaner hingegen setzen sich ihre Sonnenbrille auf, werfen sich lässig ihre Tasche über den Arm und schlendern zu ihrem Jeep, um schnell noch beim „Black Coffee“ vorbeizufahren und sich ihren wohlverdienten Frappuchino zu holen.

Zum Glück habe ich einen mega coolen Trainer, der mich jedes Mal mit Handschlag begrüßt, egal ob ich mir gerade einen auf dem Laufband abhechel oder mit Tante und Omi zusammen das Tanzbein schwinge. Er zeigt mir, wie ich die Geräte richtig benutze und geht auf meine individuellen Wünsche ein. Zwischendurch tanzt er auch mal zu der überlauten Musik oder sporrnt die herumhockenden Faulenzer an.

Eine weitere Sache die mir hier auffällt. Es ist zwar berechtigt und auch empfehlenswert sich zwischen den einzelnen Zirkeln oder Übungen eine kleine Verschnauffspause zu gönnen, nur haben die anderen „Sportler“ das mit dem Verhältnis noch nicht so ganz begriffen.

Mein Resultat nach einer Woche Fitnesstudio, lautet: „Nett“, aber „nett“ ist eben auch nur die kleine Schwester von „ziemlich beschissen“. Für mich ist Sport einfach mehr als bestimmte Muskelgruppen zu trainieren oder stumm auf einem Laufband seine Minuten abzulaufen. Für faule Mexikaner, die ansonsten ihr Fußball nur von der Couch aus gucken ist es bestimmt eine super Alternative den Bildschirm eben vor’s Laufband zu klemmen, aber ich laufe viel lieber im Freien.

Das beste an der ganzen Woche war es nämlich mit Musik oder Podcasts in den Ohren die 10 Minuten zum Fitnessstudio zu laufen. Da habe ich mich nicht nur aufgewärmt, sondern auch unglaublich frei gefühlt, eine kleine Rebellion gegen die ganze Autofahrerei hier.

 

MEXICAN STREET ART NO. UNO

That Mexico is a country full of colors is nothing new, but I didn’t expect it to be that creative as well. In every second corner of Guadalajara you find new artsy stuff, like paintings or sculptures. It’s a thing I fell in love with from the first moment on. Here are some of my favourites so far. A lot more to come…
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