Noviembre 2017

dav

Wow, was für ein Monat! Schon zum dritten Mal schreibe ich die Monatsübersicht, was heißt, dass auch die ersten drei Monate meines Freiwilligendienstes um sind. Die Zeit fliegt an einem vorbei, genau wie dieser verrückte November…

GEHÖRT:

Jede Menge mexikanische Musik. Zum Beispiel Alejandro Fernando, ein mexikanischer Musiker (kein Mariachi), der bei den Mexikanern entweder total beliebt oder total verhasst ist. Er macht eher ruhige Musik, mit emotionalen Texten über die Liebe und das Leben. Wer auf so etwas steht, wird ihn lieben, dem Rest würde ich eher die klassische Mariachi Musik empfehlen. Rund um den Día de los muertos Anfang des Monats habe ich sehr viel davon gehört. Aber auch auf meiner Tour nach Tequila. Die Mariachis sind ein Wahrzeichen der mexikanischen Musik und reißen eigentlich jeden mit. Ich muss zugeben, ein paar Lieder kann ich auch schon mitsingen.

Mitte des Monats war ich in Mexiko-Stadt (auch D.F= Distrito Federal, México oder CDMX genannt). Die Geräuschkulisse dort war enorm. Was mir jedoch am meisten in Erinnerung geblieben ist, sind die unzähligen Stimmen (und Sprachen) der Menschen, das Gemurmel, Geschreie und flüsternde Betteln. Hinzu kommen die unglaublich lauten Sirenen der Rettungskräfte die dort eigentlich 24/7 im Einsatz sind.

Ganz im Gegensatz zu dem lärm der Stadt habe ich auch mal nichts gehört. Seit langem war ich mal wieder in völliger Abgeschiedenheit. In einem ca. 2h von CDMX entferntem pueblo (Dorf) fand mein Seminar statt. Wir kamen uns alle vor wie in Bayern, Österreich oder der Schweiz, es war herrlich, aber dazu wann anders mehr…

Wo wir aber schon bei der Natur sind. Ein Geräusch, welches ich definitiv vermissen werde ist das Flattern des Kolibris. Die kleinen Vögel fliegen regelmäßig an meinem Fenster vorbei und sind auch sonst überall aufzufinden.

Jetzt gerade höre ich klassische Weihnachtsmusik. Ja, irgendwie muss man sich ja bei 27Grad Celsius und Sonnenschein in Weihnachtsstimmung bringen…

GELESEN:

Die Biographie von Frida Kahlo, oder viel mehr eine Biographie von ihr. Welche genau es war erinnere ich leider nicht mehr, das Buch musste ich leider schon wieder abgeben, aber ich habe im Grunde genommen da weitergemacht, wo ich letzten Monat aufgehört habe. Frida Kahlo ist eine sehr interessante Person, mit einem meiner Meinung nach unglaublich komplexen Charakter. Gerne hätte ich sie kennengelernt.

„La esquina de mi valedor“ mit dem Titel „Quemando grasa“, eine Zeitung, die von Mexikanern gemacht und dann von Obdachlosen wird. Die Ausgaben haben immer verschiedene Themen, wie z.B. die Beziehung USA und Mexiko, mexikanische Feste oder wie meine, Sport in Mexiko. Ein sehr interessantes Projekt, ich habe zwar noch Schwierigkeiten alles zu verstehen, aber wozu gibt es denn „Leo.org“ und „Google Übersetzter“?

GESEHEN:

Mexiko ist bunt. Das wird mir eigentlich jeden Tag klar, diesen Monat haben aber definitiv die Farben orange, rosa und grün überwogen.

Orange und rosa am „Día de los muertos“. Der Altar, die Blumen, das „papel picante“, die Kleider der „Catrinas“ alles in orange und rosa. Das geht darauf zurück, dass diese Farben am besten leuchten können, damit die Verstorbenen den Weg nach hause finden können.

Diese Farben sind auch „des öfteren“ im neusten Disney Film „Coco“ zu sehen. Seit über einem Monat läuft „Coco“ nun schon bei uns hier in den Kinos und immer noch sind die Vorstellungen ausverkauft. In CDMX bin dann auch ich endlich mal dazu gekommen ihn zu sehen und ich muss sagen dieser Film bekommt 10/10 Punkten. Die Musik ist toll, von den Bildern ganz zu schweigen. Auch die Geschichte hat mich mitgenommen. Sie ist nicht nur unterhaltend, sondern lässt einen die mexikanische Kultur auch etwas mehr verstehen. Generell würde ich sagen, dass dieser Film ein sehr gutes Bild von Mexiko darstellt. Es werden sowohl die bunten, schönen Seiten gezeigt, schaut man jedoch genauer hin, so sieht man auch die negativen Dinge. Ich glaube gerade heute ist der Film in Deutschland angelaufen- also nix wie hin!

Was habe ich noch gesehen?

Viele hohe Häuser. Mexiko Stadt. Ein Haus ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es bestand nur aus Glas, du konntest in jedes Stockwerk hineinschauen und oben auf dem Dach wuchsen Pflanzen. Ich schätze, dass das Haus schon etwas älter war. Die Fenster waren dreckig und milchig, das Haus stand leer und die Tür war eingetreten.

Den „Zócalo“, der Hauptplatz in CDMX. Eigentlich heißen alle großen Plätze hier in Mexiko „Zócalo“. Dieser Name geht aber tatsächlich auf diesen Platz zurück. „Zócalo“ heißt „Sockel“ und eigentlich sollte auf diesem Sockel mitten im Zentrum Mexiko Stadts irgendein Denkmal errichtet werden, nur ist aus diesem Projekt leider nichts geworden. Nachdem der Sockel für das Denkmal erreichtet wurde wusste man nicht mehr weiter oder das Geld ging aus und der Sockel verschmolz mit der Zeit mit seiner Umgebung. Heute finden dort fast wöchentlich Veranstaltungen oder Konzerte statt. Nicht weit davon entfernt befindet sich der „Palacio de las bellas artes“ das hiesige Kunstmuseum, was mich schon von außen beeindruckt hat. Leider sind wir nicht weiter als bis in die Eingangshalle gekommen, da wir uns ab dem Punkt in einem ca 1,5km lange Schlange hätten einreihen müssen und das haben wir uns dann doch gespart…

Das Grün dominierte dann neben dem grauen Smog in „Las Manzanas“ dem pueblo, wo unser Seminar stattfand. Die Aussicht von dort auf 2778m auf nichts als Bäume war herrlich. Unsere „Berghütte“ war urgemütlich und man kam sich ein bisschen vor wie bei Oma und Opa. Knarzende Dielen, gemütliche Decken, nicht funktionierende Heizungen, unglaublich leckeres Essen und lauter freundliche Gesichter. Es war herrlich.

Highlight des Monats war Teotihucán. Mir fehlen immer noch die Worte über das, was ich letzten Samstag sehen dufte. Einfach unbeschreiblich. Ein Ort, den man einfach gesehen haben muss. Für alle die nicht wissen was „Teotihucán“ ist: „Teotihuacán“ ist ein Ort an dem vor tausenden von Jahren ca. 300v.Chr. bis 750n.Chr. die Ureinwohner und teilweise auch Atzeken in der gleichnamigen Stadt gewohnt haben. „Teotihuacán“ war einmal die größte und einflussreichste Stadt auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, was zwei Gründe hat. Einer der beiden ist der wirtschaftliche Einfluss. Auch wenn sich die Stadt nicht selbst versorgen konnte handelte sie mit Materialien aus denen Werkzeug oder Bausteine hergestellt werden konnten. Außerdem hatte „Teotihuacán“ einen sehr großen spirituellen Einfluss, weshalb viele Atzteken dorthin pilgerten. Aus unbekannten Gründen ging die Stadt 650n.Chr. unter. Vieles deutet darauf hin, dass die Einwohner die Stadt selber aus rituellen Gründen zerstörten, aber so genau belegt ist dies auch nicht. Was ich dort also im Prinzip gesehen habe sind eigentlich nur Steine und Überreste einer uralten Stadt. Neben der Sonnen- und Mondpyramide ist die Größe aber wahrscheinlich das Beeindruckenste.

Xochimlco, die „hängenden Gärten“ der Atzteken einen Tag später konnten mich dann kaum noch beeindrucken. Sie waren schön um im Vergleich zu „Teotihuacán“ viel bunter, aber auch gleichzeitig sehr überfüllt und dreckig.

GEFÜHLT:

Ich habe keine Ahnung.

GELERNT:

Spanisch, poco a poco nähere ich mich nicht nur den Vokabeln, sondern auch der Grammatik.

Ich habe durch meine Reise in das mexikanische Hochland zwar unglaublich viel über die mexikanische Kultur gelernt, z.B., dass „vegetarisch“ hier nur für Rindfleisch gilt und Fisch und Hühnchen aber durchaus vegetarisch sind, gleichzeitig ist mir aber auch aufgefallen, dass ich mich aber noch viel zu wenig mit diesem komplexen Land auseinandergesetzt habe.

Das Wetter hier macht mich fertig. Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich jemals das Hamburger Schietwedder vermissen würde, aber jap, so ist es. Seit über eineinhalb Monaten habe ich jetzt nur Wärme und Sonnenschein pur, das kann einen ganz schön fertig machen. Ich sehne mich nach etwas Regen und Gemütlichkeit. Denn hinzu kommt, dass es am Morgen nun doch schon winterliche Temperaturen gibt, sprich 5-7 Grad Celsius, es um 11Uhr dann aber richtig warm wird, so, dass wir gegen Mittag wieder bei dem üblichen 27 sind.

Das Klima hat einen so unglaublich großen Einfluss auf den Körper, auf die Mentalität der Leute und deren Lebensstil. Die Hitze lähmt einen, man wird schlapp und faul. Der große Temperaturunterschied zwischen Morgen und Abend führt dazu, dass mittlerweile alle dauerkrank und genervt sind. Nicht schön, aber auch etwas an das man sich anpassen muss.

Etwas, was mir schon etwas länger bewusst ist: Das Leben in einer Gated Community ist nichts für mich. Die Abhängigkeit, das Gefühl in einem goldenen Käfig zu leben, das ständige Gerede über die Leute und die Luxusprobleme.

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